Die Erfolgsgeschichte der Schweizer Segel-Nationalliga geht in die vierte Saison. Aus zwei Pilotveranstaltungen vor drei Jahren sind 16 Spielrunden zwischen März und Oktober 2018 geworden. Gesegelt wird in drei Ligen, im Jugend Cup und im Matchrace. Ein Erfolgsfaktor dieser modernen Segelregatten sind die Schiedsrichter.  Ohne sie wird keine Regatta gestartet.

 

Bei traditionellen Segelregatten sitzen die Schiedsrichter am Abend nach den Regatten im Jury Raum und hören die Vorträge der Parteien, welche sich tagsüber beim Segeln durch Regelverstösse benachteiligt glauben. Während die übrigen Segler beim Fest ihre sportliche Leistung feiern, werden im Jury Raum Zeugen gehört, Beweise aufgenommen und Regelbücher gewälzt. Erst nachdem auch der letzte Protest gehört und entschieden ist, kann endlich die finale Rangliste ausgehängt werden.

Schiedsrichterentscheid

Schiedsrichterentscheid auf dem Wasser – Foto: (c) Urs Härdi

Bei der Schweizer Segel-Nationalliga sind die Schiedsrichter, wie beim Fussball auf dem Spielfeld. Bei Segelregatten also im Schlauchboot auf dem Wasser. Segelteams, welche sich durch einen Konkurrenten regelwidrig benachteiligt fühlen, protestieren sofort mit einer roten Flagge! Die Schiedsrichter, welche mit ihren Booten direkt am Geschehen sind, entscheiden umgehend. Mit Trillerpfeife, roter, grüner oder schwarzer Flagge wird der Entscheid signalisiert. Das fehlbare Boot muss sich zur Strafe um sich selbst drehen und verliert dadurch Zeit und Distanz. Damit ist sichergestellt, dass das erste Boot, dass die Ziellinie quert, auch der Sieger der Regatta ist.

 

Aus der Situation heraus schnelle und richtige Entscheide zu treffen, stellt hohe Ansprüche an Ausbildung und Erfahrung der Schiedsrichter. Während den drei Tagen einer Spielrunde vom Morgen bis Abend, bei Wind und Wellen auf dem Schlauchboot konzentriert den Regatten zu folgen, verlangt eine gute Konstitution.

 

Wurden im Pilotjahr noch acht entsprechend qualifizierte Schiedsrichter benötigt, hat die Swiss Sailing League in der Saison 2018 einen Bedarf von 60 Schiedsrichtereinsätzen – Tendenz steigend. Zusätzlich adaptieren immer mehr Segelregatten das zukunftsweisende Format der Segel-Nationalliga und suchen dazu Schiedsrichter. Doch in der Schweiz fehlt der Nachwuchs und es gibt kein, auf die neuen Anforderungen zugeschnittenes Ausbildungsprogramm. Deshalb kommen auch in diesem Jahr wieder ausländische Schiedsrichter von Hamburg über die Côte d’Azur bis nach Sizilien zum Einsatz.

Als Schiedsrichter mittendrin und nicht nur im Jury Raum dabei
Foto: (c) Urs Härdi / SSLA

Um diese Situation nachhaltig zu verbessern, lanciert die Swiss Sailing League Association ihr eigenes Ausbildungsprogramm und hat sich dafür beim Welt Segelverband – World Sailing Unterstützung geholt.

 

Vom 9. bis 11. März findet im nationalen Jugendsportzentrum in Tenero ein Einführungsworkshop in die Arbeit eines Segel-Schiedsrichter auf der Regattabahn statt. Die Instruktoren kommen von World Sailing und eine parallel dazu von der Swiss Sailing League durchgeführte Regatta erlaubt es, das Gelernte gleich praktisch auf der Regattabahn zu üben.

 

Ein weiteres Seminar mit World Sailing Instruktoren wird vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 am Bodensee parallel zum J70 Bodensee Battle vor Kreuzlingen durchgeführt. Dieses Seminar fokussiert insbesondere auf die Kenntnis des Regelwerks und wird mit der World Sailing Schiedsrichterprüfung abgeschlossen.

 

Der dritte Teil der Ausbildung ist das Sammeln von praktischer Erfahrung im Einsatz auf der Regattabahn, welche mit einer praktischen Prüfung abgeschlossen wird. Die Swiss Sailing League stellt dafür Einsatzplätze für die Schiedsrichter-Aspiranten zur Verfügung.

 

Ein weiterer Ausbildungsgang startet im Frühjahr 2019 wiederum im nationalen Jugendsportzentrum in Tenero.

 

Regattasegler, welche sich für eine Ausbildung zum Schiedsrichter interessieren melden sich bei Sekretariat@SwissSailingLeague.ch.

 

Anforderungen:

  • Praktische Regelkenntnisse als Regattasegler
  • Motorboot-Führerschein (für 40 PS )
  • Gute Englischkenntnisse (Unterlagen sind in Englisch, Instruktoren präsentieren teilweise in Englisch, Einsatz in internationalen Schiedsrichterteams)

 

 

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